Jetzt anrufen E-Mail senden Standorte & Kontakt

Systemerweiterung durch Rohrnetztopologie und geobasierte Netzdarstellung – Was steckt dahinter?

Die Netze BW GmbH mit Sitz in Stuttgart betreibt die Gasversorgung der gesamten Region Mittlerer Neckar. Das Netz weist eine Gesamtlänge von über 6000 km mit allen Druckstufen, von Hochdruck (drei bis 60 bar) bis Niederdruck auf. Über das Erdgasnetz der EnBW werden insgesamt 240 Gemeinden und Teilorte sowie zwölf Weiterverteiler versorgt. Damit ist die Netze BW GmbH der größte Netzbetreiber in Baden Württemberg. Um die Netze zu überwachen und zu steuern, sind über ca. 250 Fernwirk- und Automatisierungssysteme in den Netzstationen installiert.

Dabei überwacht und steuert die Netze BW GmbH ihr Gasversorgungsnetz mit HIGH-LEIT. Das System wurde 2009 errichtet und seitdem stets durch Updates auf aktuellem Stand gehalten – unter besonderer Beachtung von IT-Security und Hochverfügbarkeit. Außerdem verfügt das System über eine Reihe höherwertiger Funktionen wie z. B. eine dynamische Gasnetzsimulation.

In diesem Jahr hat sich die Netze BW dazu entschieden, das System um die Funktionalitäten „Rohrnetztopologie“ und „geobasierte Netzdarstellung“ zu erweitern, um Informationen noch zielgerichteter angezeigt zu bekommen und schneller agieren zu können.

Die Rohrnetztopologie zeigt die verschiedenen Versorgungszustände und Sonderzustände der Gasleitungen und stellt dem Bediener topologische Verriegelungshinweise und Einfärbevarianten zur Verfügung.

Die geobasierte Netzdarstellung verschafft dem Bediener einen intuitiven Einblick über den genauen Verlauf der Gasleitungen und die Lokationen der Gasregelstationen.

Zielsetzung und Motivation

Ziel war es, die Fernwirk-, Automatisierungs- und Netzleittechnik zu modernisieren. Für die EnBW standen dabei folgende Ziele im Vordergrund:

  • Erneuerung des vorhandenen Leitsystems in der Lastwarte Gas mit Übernahme der kompletten Archivdaten aus dem Altsystem
  • Aufbau einer zweiten Zentrale Gas als Standortredundanz
  • Aufbau einer redundanten LWL-Verbindung zwischen den beiden Leitzentralen
  • Umrüstung der kompletten Fernwirktechnik Gas im laufenden Betrieb
  • Anbindung aller Stationen über die genormten Protokolle IEC 60870-5-104 und IEC 60870-5-101 für Stationen im Anwahlbetrieb

Systemkonzept Warte / Netzleitsystem

Das hochverfügbare Leitsystem HIGH-LEIT ist als jeweils redundantes System in der Lastwarte Gas und am zweiten Standort aufgebaut. Die beiden Standorte sind über redundante Wege miteinander verbunden. Die komplette Fernwirktechnik wird über redundante Front-End-Rechner IDS 850 an beiden Standorten aufgeschaltet. Innerhalb der Netzleittechnik sind folgende höherwertige Funktionalitäten implementiert:

  • Archivserver mit automatischer Datensicherung (über separates SAN)
  • Datenabgleich zwischen den Standorten
  • Zeitsynchronisation über NTP
  • Dynamische Rohrnetzsimulation über
  • Integration des Systems SIMONE
  • Datenaustausch mit dem EDM-System
  • Anbindung von Biogas-Anlagen

Systemkonzept

Als Fernwirk- und Automatisierungstechnik sind durchgängig die Systeme IDS 640, 650 und 850 im Einsatz. Das Engineering dieser Technik erfolgt über das Leitsystem HIGH-LEIT. Die Systeme sind über neun Ringe auf Basis von Standard-Netzwerktechnik an die beiden Standorte angeschaltet. Einige Stationen wurden über GPRS an die Zentrale angeschaltet.

Projektergebnis

Das Projekt wurde im Termin- und Kostenrahmen zur vollsten Zufriedenheit abgewickelt. Die Integration weiterer Netzbereiche und die Einbindung zusätzlicher Anlagen erfolgt selbstständig durch die Mitarbeiter der EnBW.